2009: Jahresbericht der APAQ



Der Deutschlehrer-Verband APAQ (Provinz Quebec) tagte am 27. März 2009 und am 16. und 17. Oktober 2009 im Goethe-Institut Montreal. Die Verbandstreffen der APAQ beinhalten jeweils eine Fortbildung, eine Geschäftssitzung, ein gemeinsames Abendessen und ein Kulturprogramm.

Innerhalb der Tagung im April hielt Prof. Karin Bauer ( Universität McGill) einen einführenden Vortrag zum Film “Baader-Meinhof-Komplex“, und leitete danach eine anregende Diskussion über das Thema Terrorismus. Die Bibliothek des GI trug eine Buchausstellung zu demselben Thema bei.

Während der Herbsttagung gab es am Samstag wie immer ein vielfältiges Fortbildungsangebot, das das Ziel hat, die unterschiedlichen Niveaus und Bildungseinrichtungen anzusprechen:

  • Frau Dr. Helma Kroeh-Sommer wiederholte ihren erfolgreichen Workshop aus Jena (IDV 2009) „Mäuseprinzessin und Katerprinz – Kreative Projektarbeit für 8 bis 14 Jährige“;
  • Maria Grote und Petra Sentes präsentierten Grammatikspiele nach dem Prinzip des Stationenlernens
  • und Dr. Benno Fischer (Berlin) und Alain Forget basierten ihren Workshop auf das Dokudrama Die Wölfe und den Spielfilm Netto. Ihr Thema war „Film im Unterricht – Geschichte der Nachkriegszeit.“

Abgesehen von abwechslungsreichen Fortbildungsmöglichkeiten bieten die zwei Treffen des Verbandes den Mitgliedern die Gelegenheit sich über die Aktivitäten der Deutschlehrer und -lerner in der Provinz auf dem Laufenden zu halten. Das Goethe-Institut Montreal, Vertreter der deutschen, österreichischen und schweizer Konsulate werden eingeladen sowie der zuständige Fachberater und die im Quebecer Erziehungsministerium verantwortlichen Personen, die sich um den Schüler- und Assistentenaustausch kümmern. Sie berichten über Neuigkeiten oder Veränderungen in ihren Ressorts, die die Arbeit der APAQ-Mitglieder möglicherweise beeinflussen könnten. Beispielsweise wird im Jahr 2010 der PAD-Deutschwettbewerb nicht mehr größtenteils vom Generalkonsulat durchgeführt, sondern liegt nun in den Händen des Verbandes. Es wurde auch entschieden, dass die strenge Altersbegrenzung dieses Wettbewerbs so viele Kandidaten ausschließt, dass man für CEGEP-Schüler in Quebec und Montreal einen eigenen Deutschwettbewerb aufstellen würde. Zwei Mitglieder haben sich bereit erklärt, den neuen Wettbewerb zu organisieren.
Während der Geschäftssitzung wird über die Verbandsaktivitäten gesprochen, werden Neuwahlen des Vorstands unternommen und der Kassenbericht vorgelegt.

Das gemeinsame Abendessen nach der Geschäftssitzung dient dem regen Gedankenaustausch zwischen den Kollegen und Verbandsmitgliedern, die - aus unterschiedlichen Quebecer Regionen kommend – diese Tradition sehr schätzen.
Gleichzeitig bietet es den jeweiligen SprachassistententInnen die Möglichkeit, ihre verantwortlichen LehrerInnen in einem etwas lockeren Rahmen besser kennen zu lernen.

Das Kulturprogramm bestand im Frühjahr aus dem Film „Baader-Meinhof-Komplex“ und im Herbst aus dem Film „Stilles Land“. Beides Filme, die die Themen des Jahres 2009: Terrorismus und Mauerfall, den Lehrenden für den Unterricht interessante Anstöße geben sollten.


2.2 Erfolg und Auswirkung:


Der Deutschlehrer-Verband APAQ (Provinz Quebec) zählt dieses Jahr 61 zahlende Mitglieder.
Beide Tagungen der APAQ wurden gut besucht. Zu den APAQ-Verbandstreffen kommen Lehrkräfte aus dem Großraum Montreal, Quebec Stadt und Sherbrooke (Lennoxville) zusammen. Sie arbeiten an unterschiedlichen Schulformen (Cégeps, Sekundarschulen, Sprachschulen) sowie an Universitäten und lehren die deutsche Sprache und die deutsche Kultur: Literatur, Film, Landeskunde, Theater, Musik etc.

Das sorgfältig gewählte Fortbildungsangebot wurde von den APAQ-Mitgliedern wieder sehr gut aufgenommen. In den Workshops arbeiteten im Durchschnitt zehn bis zwanzig TeilnehmerInnen pro Gruppe. Die inhaltliche Vielfalt der Fortbildungsthemen im Frühjahr und im Herbst bot etwas für jeden Interessenten. Die Integration des Mediums Film in den Fremdsprachenunterricht zeichnet sich weiterhin als eine starke Tendenz ab. Viele unserer Quebecer Lehrinstitutionen bieten neue Kurse an, in denen der deutsche Film als ein Mittel benutzt wird, um sozio-historische Schwerpunkte aufzuzeigen, oder deutsche Kultur schlechthin zu transportieren. Die Simulation, ein weiterer Fortbildungsinhalt, ist eine seit Ende der neunziger Jahre in vielen Sprachen erfolgreich durchgeführte Form des handlungsorientierten Fremdsprachenunterrichts. In diesem Workshop bildeten praktische Beispiele der Simulation im Unterricht eine fruchtbare Diskussionsgrundlage.

Das Programm für SprachassistentInnen zwischen Québec und Deutschland existiert nun schon seit zehn Jahren mit großem Erfolg. Die Frühjahrstagung (Workshops, Geschäftssitzung, Abendessen) wird normalerweise von den AssistentInnen besser besucht, da zu diesem Zeitpunkt jeweils eine Auswertung ihrer Arbeit stattfindet. Lehrer und AssistentInnen von den entsprechenden Lehrinstitutionen haben also während der APAQ-Tagung die Möglichkeit, innerhalb einer konstruktiven Diskussionsrunde ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke mit anderen Kollegen zu teilen. Ab August 2010 wird ein Mitglied des APAQ-Vorstands bei den einführenden Gesprächen für die neuen AssistentInnen anwesend sein.

Im Jahr 2009 wurde das CEGEP Ahuntsic zweite PASCH Schule in Montreal. Das rege Engagement vom APAQ-Mitglied, Alain Forget, sorgt seit Jahren dafür, dass der Deutschunterricht an diesem CEGEP floriert und von der CEGEP-Verwaltung besonders unterstützt wird.

Fazit

Obgleich der Verband keinen großen Wachstum vorzeigen kann (letztes Jahr 57 zahlende Mitglieder, dieses Jahr 61), gibt es immer noch genug Deutschlehrende, die sich für dessen Aufgaben interessieren. Die Zahl der Deutschlernenden hält sich, obgleich wir es noch nicht erreicht haben, Deutsch als Unterrichtsfach wieder in den Sekundarschulen einführen zu lassen.
Im kommenden Jahr trifft sich unser Dachverband, CATG (Canadian Association of Teachers of German, in Montreal und APAQ wird seine Frühjahrstagung in den Februar vorverlegen. Dadurch wird den Quebecer Lehrern die Möglichkeit gegeben, sich mit den Vertretern der anderen Provinzen auszutauschen und ihre Erfahrungen auf dem Gebiet des Deutschunterrichts zu vergleichen.


Cornelia A. Brandt
Präsidentin, APAQ